What’s New?

Henrik Olesen · A.T., 2019, Inkjet-Druck, 141 x 99,5 cm, Collezione Giancarlo e Danna Olgiati

Henrik Olesen · A.T., 2019, Inkjet-Druck, 141 x 99,5 cm, Collezione Giancarlo e Danna Olgiati

Stefano Arienti, Macchia verde, 2019, Digitaldruck, 210 x 154 cm. Foto: Agostino Osio

Stefano Arienti, Macchia verde, 2019, Digitaldruck, 210 x 154 cm. Foto: Agostino Osio

Hinweis

What’s New?

Lugano — In ihrem Sammlungslokal neben dem LAC/Lugano Arte e Cultura Lugano zeigt die Collezione Giancarlo e Danna Olgiati Lugano jüngst erworbene Werke von Kunstschaffenden aus Europa und aller Welt, die unter dem Titel ‹What’s New?› neue Aspekte zur bestehenden Sammlung vertiefen.
Die Collezione Giancarlo e Danna Olgiati ist ­eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in der Südschweiz mit Fokus auf italienische Kunst und die europäischen Avantgarden, vom Futurismus über die Arte Povera bis hin zu internationaler Gegenwartskunst. Das Ehepaar Olgiati aus Lugano sammelt seit den 1960er-Jahren. Die Kollektion ist in einem Nebengebäude zum Muse d’arte della Svizzera italiana (MASI) untergebracht und zeigt Wechselausstellungen, die je nach Kontext unterschiedliche Themen in den Blick rücken. 2012 haben die Olgiatis der Stadt Lugano die Sammlung zur Nutzung im Kontext des MASI zur Verfügung gestellt und 2018 dem Museum 76 Werke geschenkt. Diesen Herbst werden die 34 jüngsten Zugänge der Sammlung gezeigt.
Die Bezüge vom Tessin in die Welt sind bereits im ersten Saal der Ausstellung ‹What’s New?› sichtbar: Der in Paris lebende Tessiner Niele Toroni (*1937) empfängt uns mit dem grossformatigen Gemälde ‹Empreintes de pinceau Nr. 50›, 1989, das im Kontext der monochromen Arbeiten ‹Baked in silence›, 1960–1961, von Piero Dorazio (1927–2005) und ‹Avant-testo ­12-1-99›, 1999, von Irma Blank (*1934) einen Dialog zwischen Zeichen und Schrift entspinnt.
Die ausgestellten Werke gliedern sich über mehrere Räume in Begegnungen zwischen abstrakter Kunst und Figuration in Fotografie, Zeichnung und Malerei, Installation und Skulptur. Eine schöne Raumsituation entwickelt sich zwischen hellen, schillernden Farben: Die Skulptur ‹Untitled›, 2011, aus bemaltem Papiermaché in anthropomorphen Formen von Franz West (1947–2012) ist einem ebenfalls nicht betitelten Bild in glänzenden Farbtönen von Rudolf Stingel (*1956) aus dem Jahr 2012 gegenübergestellt. Das Wachsen der Sammlung Olgiati von der geometrisierenden Avantgarde in die Gegenwart zeigt sich mit einer Werkgruppe des dänischen Künstlers Henrik Olesen (*1967). Der Künstler vertritt in seinen Installationen, die gebaute Geometrie und Fotodokumentation vereinen, eine Kunst mit gesellschaftlichem Anspruch und zeigt zwei grosse Porträts ‹A.T.›, 2019, des englischen Mathematikers Alan Turing (1912–1954) – einer wichtigen Figur der modernen Informatik und Verschlüsslungstechnik. Und ‹Macchia verde›, 2019, ein Digitaldruck eines Baumstamms des italienischen Künstlers Stefano Arienti (*1961) spinnt den Faden von der Arte Povera bis heute weiter.

Until 
13.12.2020

Werbung