Eine Kunstwanderung

Hans «Fis» Fischer · Katze und Hecht, 1948–1950, Sgrafitto (Wandbild), zweifarbiges Kalkputz-Fresko, Pausenhalle Schulhaus Pünt, Uster

Hans «Fis» Fischer · Katze und Hecht, 1948–1950, Sgrafitto (Wandbild), zweifarbiges Kalkputz-Fresko, Pausenhalle Schulhaus Pünt, Uster

Ueli Naef · Sonnenuhr, 1912–2010, Wandbild (Sonnenuhr), Dispersion lasierend auf Verputz, Freiestrasse 20, Turnhalle Südfassade, Sekundarstufe Uster

Ueli Naef · Sonnenuhr, 1912–2010, Wandbild (Sonnenuhr), Dispersion lasierend auf Verputz, Freiestrasse 20, Turnhalle Südfassade, Sekundarstufe Uster

Hinweis

Eine Kunstwanderung

Uster — Der Bezirkshauptort an der Grenze zum Zürcher Oberland bietet im Rahmen seiner Stadtwanderungen den Kulturpfad ‹Kunst am Bau› an. Im Stadthaus und in der Bibliothek beim Bahnhof ist ein gut illustrierter Plan erhältlich, der jedes der 22 öffentlich zugänglichen Werke mit einem kurzen Text und einem Bild vorstellt. Zwei Gemälde sind in Innenräumen von Gebäuden platziert, so ‹Uster mit fünf Aussenwachten› von Walter Hürlimann (1934–2005) im Pflegezentrum im Grund. Umtost vom Verkehr der Zürcherstrasse hingegen ist das ‹Reiterbild› aus dem Jahr 1941 von Marguerite Strehler (1904–1959) an der Wand der früher als Reithalle genutzten Stadthalle. Der Reiter sitzt aufrecht und konzentriert im Sattel, er führt ein Handpferd mit – vielleicht auf dem Weg zu einem Wettbewerb? Ein paar Schritte weiter grüssen ‹Katze und Hecht› von Hans «Fis» Fischer (1909–1958), ein 1950 fertiggestelltes Sgrafitto in der Pausenhalle des Schulhauses Pünt. Das Werk war lange hinter einer Schutzwand verborgen und wurde erst im Zuge einer umfassenden Renovation des Schulhauses 2013 freigelegt.
Ein überlebensgrosser ‹Heiliger Andreas› setzt in Form eines Beton-Hochreliefs von Hans von Matt (1899–1985) einen Fixpunkt vor der 1966 eingeweihten Kirche St. Andreas in einem ruhigen Wohnquartier. Von praktischem Nutzen ist die ‹Sonnenuhr› von Ueli Naef (1912–2010) mit ihrem parallel zur Erdachse angebrachten Schattenstab an der Südfassade der Turnhalle des Schulhauses Freiestrasse. Eine Tafel erklärt das Ablesen der Schattenzeit und deren Umrechnung in unsere Uhrzeit. ‹Ränne› ist ein alter Dialektausdruck für ‹Rinne› und wurde von Catrin Lüthi K. (*1953) als Titel für ihre Plastik im Hof der Überbauung ‹Im Werk› ausgewählt und bezieht sich auf den historischen Flurnamen ‹Rännenfeld›. Die im Beton eingelassenen Glasbuchstaben wurden leider wiederholt Opfer von Vandalismus, es bleiben nurmehr die Vertiefungen.
Es gibt keine vorgeschriebene Route für die spannende Entdeckungsreise in Uster und Nänikon, wo drei Werke ihre Heimat gefunden haben. Etwas Ausdauer ist dennoch von Vorteil. QR-Codes bei den Werken und auf dem Begleitpapier verweisen auf ‹Kunst im Ohr› – Ustermer Kunstschaffende erarbeiteten Bild- oder Tonbeiträge zu jeder einzelnen Station.

→ Kunst im öffentlichen Raum ↗ www.uster.ch

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