Alexandre Joly und Hubert Crevoisier

Alexandre Joly · Ausstellungsansicht Musée Ariana. Foto: Boris Dunand

Alexandre Joly · Ausstellungsansicht Musée Ariana. Foto: Boris Dunand

Hubert Crevoisier · Montagne bleue. Foto: Boris Dunand

Hubert Crevoisier · Montagne bleue. Foto: Boris Dunand

Hinweis

Alexandre Joly und Hubert Crevoisier

Genf — Dreitausend: das ist beinahe die Zahl der aufbewahrten Vasen in der Sammlung des Ariana Museums – der bedeutenden Genfer Glas- und Keramiksammlung. Der in Genf lebende französische Künstler Alexandre Joly (*1977) hat bereits viel mit Objekten und Tönen experimentiert. Als Antwort auf die Carte blanche, die er von der Museumskuratorin Anne-Marie Schumacher erhielt, hat er sich in diese riesige Vasensammlung vertieft und Porzellanschmuckstücke aus dem Fernen Osten ausgewählt. Das Resultat? Eine immersive Installation im Untergeschoss des Museums. Im Halbdunkel werden die Besucher:innen von einer geheimnisvollen Melodie aus Computertönen empfangen, die zusammen mit dem Komponisten Daniel Zéa kreiert wurde und sozusagen die «innere Musik der Vasen» wiedergibt. Dann sind in runden Nischen zehn japanische und chinesische Vasen atemberaubender Schönheit zu entdecken: Wie Derwische drehen sie sich auf ihren Sockeln und werden anhand von Spiegeleffekten vervielfacht. Mit dieser hypnotischen Szenografie bekommt man den Eindruck, als ob die Vasen zum Leben erweckt wurden.
Leben und Tod: Das war lange der Alltag von Hubert Crevoisier (*1963, Schweiz), dem ehemaligen Krankenpfleger. Heute ist er Künstler, und seine Kreativität lässt er in der Glasarbeit aufblühen. Farbe ist seine Sprache. Im Alltag trägt er farbige poppige Kleider, in seiner Glaskunst arbeitet er mit knallroten, -gelben oder -blauen Pigmenten. «Glas fängt Licht ein, lässt Farben leuchten und öffnet den Raum», so Crevoisier. In den oberen schlichten Ausstellungssälen des Genfer Prunkpalasts sind einige wenige, aber kraftvolle Stücke von Crevoisier zu sehen. Darunter zwei Werke, die er speziell für die Ausstellung zusammen mit dem Glasfabrikanten aus Münchenstein, Matteo Gonet, hergestellt hat. Besonders eindrucksvoll ist seine ‹Montagne bleue›, ein Haufen von 200 mit Kobalt gefärbten Glassteinen. Kälte und zugleich leuchtende Wärme sind in diesem «eingeordneten Chaos» zu spüren.
Gegenüber steht auf einem langen Tisch seine Serie ‹Dynamique jaune›: 13 gelbe kubische Glasformen unterschiedlicher Grösse bilden eine Linie. Das Glas ist poliert, lässt aber bei jedem Stück anders das Licht auf faszinierende Weise reinkommen. Da für Crevoisier «Wörter keinen Sinn haben», sind in der Ausstellung keine Texte vorhanden. Für das Publikum wurde vom Künstler einzig ein Büchlein mit Skizzen, farbigen Seiten und Zeichnungen konzipiert. Ja, es stimmt: Farbe ist eine Sprache, davon ist man beim Verlassen der Ausstellung überzeugt. 

Until 
07.08.2022
Exhibitions/Newsticker Data Tipo Località Paese
Hubert Crevoisier da 25.02.2022 a 07.08.2022 Ausstellung Genève
Schweiz
CH
Alexandre Joly da 25.02.2022 a 07.08.2022 Ausstellung Genève
Schweiz
CH

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