«Spielen» im Deutschen Hygiene Museum

Manager beim Spiel mit LEGO SERIOUS PLAY, 2004, © LEGO Group, Kopenhagen

Manager beim Spiel mit LEGO SERIOUS PLAY, 2004, © LEGO Group, Kopenhagen

Hinweis

«Spielen» im Deutschen Hygiene Museum

Im «Homo ludens» veröffentlichte Johan Huizinga 1938 die These, dass sich menschliche Kultur im Spiel entfalte, dass Spiel eine Grundkategorie menschlichen Verhaltens sei. Max Frisch entwarf 1937 das gegenteilige Menschenbild als Reaktion auf die fortschreitende Technisierung der westlichen Welt. Im «Homo faber» beschrieb er Ingenieur Faber als einen Menschen, der an die völlige Erklärbarkeit und Durchschaubarkeit des Lebens glaubt, einem technokratischen Weltbild anhängt - damit allerdings tragisch scheitert. Die Beschäftigung mit dem Spiel und was es für den Menschen bedeutet, hat aktuell wieder Hochkonjunktur (vgl. Zürich, Museum für Gestaltung). Der in Linz lehrende Philosoph Robert Pfaller setzt sich damit im Buch «Über das Lustprinzip in der Kultur» auseinander und allerorten finden Ausstellungen zum Thema statt. Die Ausstellung im Hygiene Museum erzählt die Geschichte des Spiels in einer Inszenierung des Bühnenbildners Fred Berndt mit Computergames, Videos und Installationen, mit Kunstwerken und historischen Objekten. Die Besucher sollen aber nicht nur schauen, sondern auch selbst involviert werden, sich spielend einlassen. Vier grosse thematische Bereiche stecken das Feld ab: Wettstreit, Identitätsspiele, Strategiespiele, Glücksspiele. Im anregenden Katalog mit verschiedenen Texten stellen Klaus und Daniel Theweleit die brisante Frage: «Spielen Sie schon oder kämpfen Sie noch?» und Markus Sailer geht der Gewalt in Computerspielen nach.

Until 
30.10.2005

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