«Behind the facts» im Fridericianum

Jörg Immendorff · Akademie für Adler, 1989, 10 Blätter, Tusche
auf Karton, Courtesy Galerie Michael Werner, © Jörg Immendorff

Jörg Immendorff · Akademie für Adler, 1989, 10 Blätter, Tusche
auf Karton, Courtesy Galerie Michael Werner, © Jörg Immendorff

Hinweis

«Behind the facts» im Fridericianum

1968 wurde als Protest gegen die als konventionell und marktbezogen empfundene und auf amerikanische Pop und Minimal Art fokussierte Documenta 4 die Zeitschrift «Interfunktionen» gegründet. Neue unkonventionelle Formen des künstlerischen Ausdrucks an denen die 60er Jahre wahrlich nicht arm waren - fehlten völlig, hiess es, und aus der Protestaktion gegen das Kunstestablishment ging ein Projekt hervor, das für einige Jahre in Opposition zu Kunstmarkt und Ausstellungen den neuen künstlerischen Tendenzen als Forum dienen sollte. 12 Nummern der «Interfunktionen» kamen heraus, 10 von Friedrich W. Heubach ediert, die letzten beiden von Benjamin Buchloh. Die interdisziplinäre Publikation mit theoretischen und künstlerischen Beiträgen entwickelte sich schnell zum Organ politisch und gesellschaftlich engagierter Konzeptkunst in Europa und den USA und wurde ein wichtiger Wegbereiter der Documenta 5, 1972, die von Harald Szeemann geleitet wurde und auf der die Baader-Meinhof-Arbeit von Josef Beuys, die aktuell in den Kunstwerken in Berlin gezeigt wird, heftig aneckte. Heubach wandte sich nach zunächst äusserst inspirierenden, dann zunehmend anstrengenden Jahren anderen Interessen zu. Er beschloss: «zugunsten der eigenen Kurzweil, die Kunst ihrer Ewigkeit zu überlassen», zum Unverständnis von Benjamin Buchloh, der sich mehr als selbstlosen Diener an der Kunst proklamierte. Die Ausstellung nimmt den Erscheinungszeitraum von «Interfunktionen», 1968 bis 1975, als zeitlichen und inhaltlichen Raster, um die damalige, äusserst innovative künstlerische Entwicklung vorzustellen. Anhand von 43 internationalen KünstlerInnen - darunter Vito Acconci, Günter Brus, Valie Export, Will Insley, Yvonne Rainer - werden Land Art, Happenings, Interventionen im öffentlichen Stadtraum, Installationen, Filme und fotografische Sequenzen vorgestellt. Kuratorin: Gloria Moure, Barcelona. Am 1.4., 20 bis 24 Uhr, findet ein Künstlergespräch statt und Filme werden gezeigt. Mit Katalog (e).

Until 
02.04.2005

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