Tony Oursler im Jeu de Paume

Tony Oursler · Eyes (Detail), 1996, Videoprojektion auf Fiberglas,
Courtesy Tony Oursler und Metro Pictures, New York © Tony Oursler

Tony Oursler · Eyes (Detail), 1996, Videoprojektion auf Fiberglas,
Courtesy Tony Oursler und Metro Pictures, New York © Tony Oursler

Hinweis

Tony Oursler im Jeu de Paume

Seit das Jeu de Paume zum Pariser Super-Museum für Fotografie geworden ist, hat Leiter Régis Durand daran gearbeitet, dem neuen Ort eine Ausstellungs-Identität zu geben. Nach Anfangsschwierigkeiten zeichnet sich jetzt ein Schwerpunkt auf der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie ab, ein Trend, der auch auf der letzten «Paris Photo» festzustellen war. Damit wird nicht nur rein künstlerische Arbeit erfasst, sondern auch dokumentarische oder inszenierende Fotografie, die sich in den Bereich der Kunst bewegt. Stephen Shore oder Rineke Dijkstra sind dafür gute Beispiele, deren Ausstellungen im Jeu de Paume gerade zu Ende gegangen sind. Nun folgt mit Tony Oursler ein weiterer hochkarätiger Medien-Bearbeiter, der es versteht, die Abgründe des scheinbar untrüglichen Abbildes der Fotografie offen zu legen. Die längst überfällige, erste Einzelausstellung des 48-jährigen New Yorkers stellt unter dem Titel «Dispositifs» 10 Installationen sowie eine Reihe Zeichnungen und Videos zu einem ebenso faszinierenden wie beklemmenden interaktiven Ensemble zusammen. Darunter «The Watching», erstmals im Rahmen der Documenta IX gezeigt, sowie «Window Project» und «Climax», eigens für die Ausstellung entworfen. Als Neuheit werden zudem drei Modelle gezeigt, die Oursler aktuell mit Architekten gemeinsam realisiert. Beginnend mit den bekannten «Talking Heads», Projektionen von sprechenden Gesichtern auf kissenähnliche Gebilde, bietet die Ausstellung einen Rundgang durch die düsteren Seiten des modernen Seelenlebens. Oursler nutzt verschiedene «Dispositive», neben den Kissen projiziert er auf Wände oder Mobiliar im Museum. Erzählungen der Verlassenheit, die auch eine Geschichte der Interaktion- und der Interdependenz - von Betrachter, Projektion und Projektionsfläche bilden.

Until 
21.05.2005

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