Bukarest/Rumänien: Kunst im öffentlichen Raum

Kunst und Bau

Bukarest/Rumänien: Kunst im öffentlichen Raum

Das Pilotprojekt «Public Art Bucharest» versteht sich als eine aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzte Plattform, errichtet, um den Diskurs über politische und soziale Faktoren zu initiieren. Vor allem die Auseinandersetzung mit Demokratie und Öffentlichkeit soll animiert werden, denn «dass im Kommunismus eine öffentliche Sphäre in Rumänien nicht existierte, hat im Postkommunismus dazu geführt, dass der wilde Kapitalismus ein Monopol über den öffentlichen Raum erringen konnte», heisst es im Pressetext. Der gesellschaftliche Demokratisierungsprozess in Rumänien sei nicht abgeschlossen und Strassen und Plätze, öffentliche und private Institutionen, öffentlicher Nahverkehr und Massenmedien könnten geeignete Räume sein, das Thema zu lancieren. Entscheidende Frage dahinter ist, ob und wie Kunst und Kultur - statt sich auf Repräsentationsfunktionen zu beschränken - zum kritischen Diskurs über den öffentlichen Raum, zur Belebung öffentlicher Räume beitragen können.
Rumänien wurde am 1. Januar 2007 Mitglied der Europäischen Union. Um als europäische Metropole mitziehen zu können, sind eine stabile Infrastruktur und der freie Meinungsaustausch wichtig. «Public Art Bucharest» lädt mit Aspekten aus Architektur und Stadtentwicklung, Performance und Theater, Bildung und Jugendkultur zur Auseinandersetzung mit Demokratie in Europa ein, wobei verschiedene Publikumsschichten mobilisiert werden sollen. Zusätzlich zu den an unterschiedlichen Orten vom 15.9. bis 15.10. stattfindenden Kunstprojekten, u.a. von Mircea Cantor, Nicoleta Esinencu, H. Arta, Daniel Knorr, Dan Perjovschi und Lia Perjovschi ist ein öffentlicher, zentraler Veranstaltungs- und Projektraum geplant, der im September eröffnet wird und in dem während eines Monats öffentlichkeitsrelevante Themen von ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen vorgetragen werden, wobei man hofft, auch Passanten und Barbesucher hereinlocken zu können. Ab 2008 soll der Projektraum von rumänischen Trägern fortgeführt und somit eine bleibende Einrichtung werden. Die «Public Art Bucharest» begleitenden Publikationen werden als Koproduktion in den Verlagen IDEA (Cluj) und Walther König (Köln) veröffentlicht. Projektträger ist das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut ICR. Projektförderer sind das Auswärtige Amt, Berlin, ICR Bukarest (Institutul Cultural Roman) und die Erste Bank Foundation Wien. Kurator und Kuratorin sind der in Rumänien geborene freie Kurator und Autor Marius Babias und Sabine Hentzsch, ehemalige Leiterin des Goethe-Instituts Rotterdam. Infos unter www.allianz-kulturstiftung.de (Architektur, Stadtplanung). Das Projekt läuft bis Dezember 2007.

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