Runa Islam, «Restless Subject»

Runa Islam (mit Tobias Putrih) · Restless Subject, 2008, Installationsansicht, Kunsthaus Zürich. Foto Arthur Faust

Runa Islam (mit Tobias Putrih) · Restless Subject, 2008, Installationsansicht, Kunsthaus Zürich. Foto Arthur Faust

Hinweis

Runa Islam, «Restless Subject»

Das Kunsthaus Zürich zeigt filmische Installationen der in London lebenden Runa Islam (*1970, Bangladesch). Wie schillernde Fische verfangen sich diese im labyrinthischen Netz des vom Künstler Tobias Putrih konzipierten Raumgefüges. «Restless Subject» liest sich wie die programmatische Bezeichnung des unsteten Wesens der Kamera. Die betörend schönen Filmbilder werden bestimmt von fragmentierenden Nahaufnahmen und statischen Einstellungen, welche die Sicht aufs Ganze verwehren. Kategorien wie Narration und Dokumentation geraten in dieser Befragung filmspezifischer und technischer Bedingungen zu sekundären Grössen. Im Film «Restless Subject», 2008, erweckt der einfache Mechanismus eines um die eigene Achse kreisenden gemalten Vogels den Eindruck von Unschärfe und Bewegung. Vom flirrenden Strudel erfasst, schwindelt dem Betrachter. Schonungslos wird in «Assault», 2008, ein Gesicht mit Licht unterschiedlicher Farbe angestrahlt. Rot tilgt alle Konturen, Weisslicht überblendet die Flächen, zwischen Opazität und Transparenz pendelnd schreiben sich die Gesichtszüge in die fotochemische Schicht des Zelluloids ein. Buchstäblich zur Aufzeichnung wird der Vorgang des Filmens in «The house belongs to those who inhabit it», 2008. Als sequenzielle Artikulation in der Zeit schreibt die Kamera das Schriftbild in den Raum, verschwimmt darin und überlässt das Auge einer tastenden visuellen Textur.

Until 
07.02.2009

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