Reynold Reynolds

Reynold Reynolds · Six Apartments, 2007

Reynold Reynolds · Six Apartments, 2007

Hinweis

Reynold Reynolds

Eine tief beunruhigende Situation: In einem Haus leben sechs Personen in ihren Wohnungen. Getrennt voneinander, wissen sie nichts vom Leben ihrer Nachbarn. Mehr noch, auch zur Aussenwelt haben sie keinen oder nur einen stark gefilterten Kontakt. Nachrichten und Bilder empfangen sie allein über Radio und TV. Wir schauen also den Personen bei ihren täglichen Handlungen zu: wie ein Mann Fernsehen schaut, wie eine ältere Frau sich die Füsse in einer Schüssel wäscht oder wie ein dicker Mann eine Fleischmahlzeit zu sich nimmt. Für sie alle bedeuten diese banalen Verrichtungen das Leben in seiner Gänze. Der Betrachter aber nimmt in der Videoprojektion des in New York und Berlin lebenden Filmemachers Reynolds mit dem Titel «Six Apartments» ein beklemmendes Gefühl von Beschränkung und Autismus, von Ahnungs- und Ausweglosigkeit wahr. Besonders ein Messi, umgeben von den Auswerfungen und Abfällen seiner Existenz, und ein junges Mädchen, das in einer Badewanne hockt, zeichnen ein hoffnungsloses Bild des Einzelnen auf und sind als halluzinatorische Beschreibung einer sterbenden Gesellschaft zu verstehen. Isolierte Handlungsstränge und Ereignisse sind bezeichnend für Reynolds' Filmideen und sichtbare Zeugnisse psycho-pathologischer Momente im Individuum und in einer anonymisierten Gesellschaft.

Until 
05.05.2009
Institutionen Paese Località
basis Germania Frankfurt/M
Artisti
Reynold Reynolds
Author(s)
Grit Weber

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