Rainer Ganahl

Rainer Ganahl · Dadalenin, 2009, Ausstellungsansicht.Foto: Wolfgang Woessner/MAK

Rainer Ganahl · Dadalenin, 2009, Ausstellungsansicht.Foto: Wolfgang Woessner/MAK

Hinweis

Rainer Ganahl

Der österreichische Konzeptkünstler Rainer Ganahl beschäftigt sich mit den verborgenen Verbindungen von Geschichte, Kultur und deren Verbreitungssystemen. Ist er bisher hauptsächlich durch sein Interesse für das Erlernen verschiedenster Sprachen - und damit auch für die Darstellung unterschiedlicher pädagogischer Ansätze - bekannt geworden, verknüpft sein neuestes Projekt «Dadalenin» zwei «Phänomene» der jüngeren Geschichte. Er spinnt daraus einen Dialog der Ideen, der möglichen Begebenheiten und Entwicklungen, die - teils fiktiv, teils auf realen Fakten basierend - in verschiedenen Medien präsentiert werden. Ganahl mixt die Biografie von W.L. Lenin, der sich 1916 in Zürich aufhielt, mit derjenigen der Künstlerbewegung Dada, die sich ebenfalls in Zürich formierte, und stellt dabei Fragen nach der (Un-)Ordnung und den (utopischen) Verläufen der Geschichte. In alten Glasvitrinen werden auf Ebay ersteigerte Bronzebüsten von Lenin ausgestellt, Collagen über Dadaisten, dazu verschiedene Arbeiten, die in Kooperation mit anderen Künstlern entstanden sind, wie ein Animationsvideo über den Genfer Fahrradunfall Lenins oder detailliert abgemalte Rechercheseiten aus dem Internet. Kritik an totalitären Macht- und Repräsentationssystemen, an Kriegsvisionen vermischt sich in diesem arbeitsintensiven Amalgam zu einer Erteilung alternativer, dadaistischer Geschichtslektionen.

Until 
06.03.2010

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