Jan Hostettler, Oliver Minder, Katharina Anna Wieser

Jan Hostettler · Ohne Titel, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Baselland. Foto: Serge Hasenböhler

Jan Hostettler · Ohne Titel, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Baselland. Foto: Serge Hasenböhler

Katharina Anna Wieser · passieren, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Baselland.
Foto: Serge Hasenböhler

Katharina Anna Wieser · passieren, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Baselland.
Foto: Serge Hasenböhler

Besprechung

Das Kunsthaus Baselland präsentiert die ersten institutionellen Einzelausstellungen von drei in Basel lebenden Kunstschaffenden, die ein Interesse an Materialwirkungen verbindet. Fragen nach Form und Oberfläche, Raum und Bewegung stehen im Zentrum der künstlerischen Recherchen.

Jan Hostettler, Oliver Minder, Katharina Anna Wieser

Im kalten Neonlicht des Untergeschosses findet Jan Hostettlers (*1988, Solothurn) malerischer ‹Wasserfall› ein perfektes Biotop. Durch einen schmalen Schlitz, eingelassen in einer zehn Meter langen Wand, liess der Künstler milchiges, malachitgrünes Paraffin sickern, das sich bis auf den Boden ausbreitete. Mit unterkühlter und zugleich verführerischer Sinnlichkeit tastet sich die Installation als «gescheiterte Malerei», wie Hostettler bildhaft formuliert, den überfrachteten Bedingungen und Bedeutungen des Mediums entlang. Dass so viel dickflüssiges Material durch solch schmalen Schlitz treten und sich zu einer doppelbödigen malerischen Metapher entfalten kann, macht das Paradoxon der Arbeit aus, sekundiert von einem fein geschliffenen Humor. In seiner knapp zehnminütigen Videoprojektion ‹Brunnen› manipulierte Hostettler dessen gegenläufige Wasserstrahlen. Allmählich stärker werdend treten sie über die Brunnenränder hinaus, um sich wieder abzuschwächen und somit ihre Reichweite zu verringern. Auch in anderen Arbeiten beweist der Künstler sein waches Talent für subtile Unterwanderungen und sanfte Manipulationen.
Katharina Anna Wieser (*1980, Zürich) zeigt eine raumgreifende Intervention, die als hölzerne, pyramidal geknickte Rampe durch nicht weniger als drei Ausstellungsräume verläuft. Aus gebrauchten Gerüstbrettern hergestellt, verschiebt die begehbare schiefe Ebene die Proportionen der Räume. Markante Gebrauchsspuren verleugnen die Herkunft der Bretter nicht. Nach Ausstellungsende kehren sie in ihren ursprünglichen Funktionszusammenhang zurück, was den schonenden Umgang der Künstlerin mit Ressourcen beweist. Die Installation bezieht ihre räumliche Präsenz aus einer zunächst einfach erscheinenden Idee, die jedoch die räumlichen Verhältnisse der drei relativ niedrigen Ausstellungsräume erfrischend durcheinanderwirbelt und überraschende architektonische Wahrnehmungen erlaubt. Beim Blick durch das Fenster scheint sich die Arbeit sogar draussen fortzusetzen.
Oliver Minder (*1980, Basel) untersucht die visuellen Wirkungen von Sepia, indem er die Flüssigkeit auf grossformatige Tableaus aufträgt. Seine Sondierungen kommen jedoch über eine formalistische, ästhetizistische Oberflächenwirkung kaum ­hinaus, was auch auf Arbeiten mit schwarzen Kuhfellen zutrifft. Im Gegensatz zu den beiden anderen Positionen präsentieren sich die Inhalte eindimensional, ohne virulente ­Gegenläufigkeit.

Until 
11.04.2015

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