Francesca Gabbiani und Germaine Kruip im Kunstverein

Francesca Gabbiani ? Gentlemen''s Bath, 2001, Tonpapier-Collage, Slg. William Brady III

Francesca Gabbiani ? Gentlemen''s Bath, 2001, Tonpapier-Collage, Slg. William Brady III

Hinweis

Francesca Gabbiani und Germaine Kruip im Kunstverein

Der Kunstverein Wolfsburg stellt für eine Jahresspanne Positionen zum Themenbereich Raum und seinen gesellschaftlichen Nutzungen sowie den daraus resultierenden Bedeutungszuschreibungen und Machtansprüchen aus. Den Auftakt bilden die Schweizerin Francesca Gabbiani (*1965, lebt in Los Angeles) und die Belgierin Germaine Kruip (*1970, lebt in Amsterdam). Beide sind unter dem Titel «traum raum» zusammengefasst und lassen sich mit Freudschen Begrifflichkeiten analysieren. Der Wiener Seelendoktor hatte 1919 das Unheimliche als Verdrängung des Heimlichen-Heimischen gesehen. Die Bilder Gabbianis zeigen Räume, die nur mit Unbehagen wahrgenommen werden können. Die Collagen scheinen Vorahnungen oder Déja-vu-Erlebnisse auszudrücken. Sie beschwören das kollektive Gedächtnis, das voll von medialen Bildern ist. Indem die Räume nichts anderes als sich selber zeigen, stehen sie gleichzeitig als Projektionsfläche offen und beschwören Phobien und Neurosen. Germaine Kruip stellt ihr Projekt «Point of View» vor. Mit ausgewählten Personen inszeniert sie alltägliche «Situationen» an öffentlichen Orten (jeden Sonntag zwischen 14 bis 15 Uhr). Wie eine Regisseurin produziert sie eine «Realität», die je nach BesucherIn unterschiedlich wahrgenommen wird. Durch die Installation im Kunstverein wird die Wahrnehmung der «Situationen» in bestimmte Richtungen gelenkt. An dieser Stelle kommt die Definition des Unheimlichen als etwas Bekanntes, Heimisches und Heimliches, das aber zugleich entfremdet wird, zum Tragen. Parallel zum Jahresprogramm findet eine Vortragsreihe zum Thema statt (29.4., Denkmaldebatten; 3.6., Kunst im öffentlichen Raum im 20. Jh. Teil 1, Teil 2 am 25.11.; jeweils um 19 Uhr)

Until 
26.04.2003

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