nicht pflanzen - stechen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Peter Kamm, nicht pflanzen - stechen, 2009, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

nicht pflanzen - stechen

Public Art

Direkt neben der Schillerlinde, 1905 zum 100. Todestag von Friedrich Schiller „von der dankbaren Jugend“ gepflanzt, hat die Skulptur „nicht pflanzen – stechen“ von Peter Kamm ihren ortspezifischen Platz gefunden. Bei der humanistisch angehauchten Stätte am beliebten Spazierweg, inmitten des Naherholungsgebiets Drei Weieren mit Blick auf Stadt und Bodensee negiert die elf Tonnen schwere Arbeit das konstruktive „Pflanzen“ und ermuntert zum aggressiven Akt des „Stechens“. Die im Titel anklingende subversive Aufforderung zu Widerstand und Umbruch wirkt wie eine Verlautbarung von Kamms politischer Gesinnung. In den 1980er-Jahren bewegte sich der ursprünglich zum Steinmetz ausgebildete Künstler in der Hausbesetzer- und Autonomenszene und schuf seine Werke abseits des etablierten Kunstbetriebs. Die monumentalen Steinskulpturen, die seit den 1990er-Jahren entstehen, scheinen zu offenbaren, was sich im Innern der vom Bildhauer stets sorgsam ausgesuchten Rohlinge verbirgt. Der Sandstein aus der Eifel für „nicht pflanzen – stechen“ hat zehn Tonnen Material gelassen, bis ihm die gerundeten, manchmal schroffen Strukturen, die an Formgebilde aus der Geologie und Paläontologie erinnern, abgerungen waren. Kamm bedient sich der Technik der Taille directe, um die dem Stein inhärenten Eigenschaften, Farbverläufe und Strukturen lebendig zu Tage treten zu lassen. „nicht pflanzen – stechen“ reklamiert als künstlerisch transformierte Natur inmitten eines domestizierten Naturraums überzeitliche Präsenz und damit die brisante Aktualität eines im digitalen Zeitalter anachronistisch anmutenden Mediums. (Text: Stefanie Kasper, August 2020)

 

Technik 
Skulptur
Datierung 
2009
Objektmasse 
100 x 400 x 100
Material 

Eifelsandstein

Standort 
Dreilindenweg
9000 St. Gallen
Schweiz
Künstler/innen
Peter Kamm

Werbung