Rocailles

Patrick Germanier, Rocailles, 1993, Wandgestaltung, Tiefrelief, gestockt auf Beton, 300 x 4700 cm, Jugendherberge, Allmendstrasse 8, Eigentum Stadt Zug

Patrick Germanier, Rocailles, 1993, Wandgestaltung, Tiefrelief, gestockt auf Beton, 300 x 4700 cm, Jugendherberge, Allmendstrasse 8, Eigentum Stadt Zug

Patrick Germanier, Rocailles, 1993, Wandgestaltung, Tiefrelief, gestockt auf Beton, 300 x 4700 cm, Jugendherberge, Allmendstrasse 8, Eigentum Stadt Zug 

Patrick Germanier, Rocailles, 1993, Wandgestaltung, Tiefrelief, gestockt auf Beton, 300 x 4700 cm, Jugendherberge, Allmendstrasse 8, Eigentum Stadt Zug 

Patrick Germanier, Rocailles, 1993, Wandgestaltung, Tiefrelief, gestockt auf Beton, 300 x 4700 cm, Jugendherberge, Allmendstrasse 8, Eigentum Stadt Zug 

Patrick Germanier, Rocailles, 1993, Wandgestaltung, Tiefrelief, gestockt auf Beton, 300 x 4700 cm, Jugendherberge, Allmendstrasse 8, Eigentum Stadt Zug 

Rocailles

Public Art

Das Werk «Rocailles» von Patrick Germanier (*1963) ziert die Rückwand des eingeschossigen, langen Gebäudes neben der 1987 fertiggestellten Jugendherberge. 1992 hatte das Forum Junge Kunst zusammen mit dem Bauforum einen Wettbewerb ausgeschrieben für die Gestaltung dieser nüchternen Rückwand zur Jugendherberge hin. Aus insgesamt 89 Vorschlägen wurde Germaniers Projekt ausgewählt. Über eineinhalb Monate arbeitete der Künstler teils unter wetterbedingt harten Umständen an seinem Werk, das schliesslich bis heute die gesamte 47 Meter lange und 3 Meter hohe Betonwand füllt. Es ist ein geschlossenes Wabenmuster, das sich meist feinmaschig, stellenweise jedoch lockerer und grobschlächtiger, über die graue Fläche hinwegzieht und je nach Sonnenstand den Eindruck einer glatten, silbern schimmernden Schlangenhaut erweckt. Mit Presslufthammer und Meissel hat Germanier die oberste Betonschicht bearbeitet, so dass die körnige Schicht darunter zum Vorschein kam. Die Wand verlockt förmlich zum Berühren, um die veränderte Struktur von glatt zu rau haptisch zu erfassen. 

Rocaille ist ein Begriff aus der Kunstgeschichte und ein Grundelement der wortverwandten Stilrichtung des Rokokos. Ursprünglich als Bezeichnung für eine «unregelmässige Perle» verwendet, stand der Begriff bald für die geschwungenen, muschel- und rankenförmigen Ornamente, welche die überbordende Pracht des Rokokos ausmachen. 

Auf der Betonmauer breitet sich ein feines, netzartiges Ornament aus. Durch den sparsamen Eingriff irritiert, werden die Vorbeigehenden zunächst zur Wand hingelockt. Der Wunsch, das Werk in seiner Gesamtheit zu sehen, zwingt sie aber wieder Distanz einzunehmen und sich zu bewegen. Statt mit einem Pinsel hat er mit einem Presslufthammer und Meissel die 47 Meter lange und 3 Meter hohen Wand bearbeitet. Dieses Meer von Sechsecken erinnert an Bienenwaben oder Schlangenhaut und führt bei den Betrachtenden dazu, die Wand als dreidimensionale, räumliche Erscheinung wahrzunehmen. Er beabsichtigte nicht, der grauen Monotonie der kahlen Betonwand ihr natürliches «Wesen» zu nehmen, sondern er wertet den wenig repräsentativen Raum durch eine relativ simple, aber sehr wirkungsvolle Veränderung der Oberfläche auf. Dem Garten und der Umgebung setzt diese zurückhaltende Arbeit nicht etwas entgegen, sondern weist auf die bereits vorhandene Schönheit hin. 

Patrick Germanier wurde in Basel geboren und studierte Kunst an der Hochschule Luzern. Seither ist er in verschiedenen Bereichen wie Landschaftsgestaltung, Steinbearbeitung, Fotografie oder Installation, tätig und realisiert ebenfalls ortsspezifische Projekte im privaten sowie öffentlichen Raum. Patrick Germanier lebt mit seiner Familie in Lanzarote und setzt sich auch für den internationalen kulturellen Austausch mit der Kanarischen Insel ein. 

Datierung 
1993
Objektmasse 
300 x 4700
Material 

Wandgestaltung, Tiefrelief

Standort 
Jugendherberge
Allmendstrasse 8
6300 Zug
Schweiz

Künstler: Patrick Germanier

Eigentum Stadt Zug

Autor/innen
Jacqueline Falk

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