HeK — Ein Tauchgang in digitale Produktionen

Evan Roth, ‹n22.230210e113.940187.hk›, 2020 (Screenshot)

Evan Roth, ‹n22.230210e113.940187.hk›, 2020 (Screenshot)

Raphaël Bastide, ‹Evasive Tech›, 2020 (Screenshot)

Raphaël Bastide, ‹Evasive Tech›, 2020 (Screenshot)

Slime Engine (LI Hanwei, LIU Shuzhen and FANG Yang), ‹Headlines›, 2020 (Screenshot)

Slime Engine (LI Hanwei, LIU Shuzhen and FANG Yang), ‹Headlines›, 2020 (Screenshot)

HeK — Ein Tauchgang in digitale Produktionen

Basel —Das Chronus Art Center CAS in Schanghai hat anlässlich der globalen Pandemie eine netzbasierte Gruppenschau angeregt. Unter den zwölf beteiligten Institutionen ist auch das Haus der elektronischen Künste HeK in Basel. Neue künstlerische Produktionen antworten unter anderem auf die aktuelle Corona-Krise. Das Kollektiv ‹Slime Engine› arrangiert semi-fiktionale News über das «Hook Virus» nach dem Muster bebilderter Schlagzeilen. Mit ‹Evasive Tech› stellt sich Raphaël Bastide einem fortlaufenden Tagewerk der Quarantäne. Dem isolierten «Ich» folgen wir in Landschaften realer wie psychologischer Natur, traumwandlerisch münden seine Bildideen in ein surreal anmutendes Tagebuch. Sekundenschnell überwindet das Netz reale Distanzen, lautlos kräuselt der Wind in China wattenweiches Laub: Zwischen dem entspannten Blick in den Himmel und der Omnipräsenz digitaler Überwachung ortet Evan Roth Baumkronen in Hong Kong. Ob der kritischen Gegenwartsanalyse, der Unterhaltung oder der Poesie synthetischer Ästhetik zugewandt: Beim Sichten der Werke stellt sich der Eindruck ein, dass keine Kunst mehr auf ganz neuem Terrain anfangen kann, geschweige denn will: Ihre verführerischen, ihre gewitzten wie bedrohlichen Pointen gewinnt sie nicht zuletzt auf Basis von Informationstechnologien, die die Wirklichkeit in Echtzeit filtern. Und während sie nach eigenen Regeln auch unser Bild und unsere Fragen zu verdauen anfängt, bleibt keine Kunst im Netz allein. Im Sog von News, auf der Suche nach Antwort, aus der sozialen Isolation fliessen eigene Spuren in globale Kreisläufe zurück.Am kommenden Ostersonntag veranstaltet das HeK zudem eine digitale Ostereiersuche. Vor allem aber setzt das Haus jetzt, während der unfreiwilligen Schliessung, auf den Bonus der eigenen Sammlung: Auf kein institutionelles Dispositiv angewiesen, sind online einsehbare Werke inhaltlich eingeführt und verlinkt. Da wird mit wenigen Clicks eine Ankaufsstrategie ersichtlich, die in Rücksicht auf viele Schweizer Urheberinnen und Urheber eine umfassende Historie der Netzkunst seit den 1990ern erzählt. Gleichgültig, welcher künstlerischen Mentalität verpflichtet: kritisch in Bezug auf die Modelle der Wahrnehmung von Welt ist sie immer. 

Online-Ausstellung We=Link – Ten Easy Pieces›: http://we-link.chronusartcenter.org

Sammlung HeK: https://www.hek.ch/nc/sammlung/kunstwerke.html

 

 

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