Priit Pärn, Aeg Maha

Priit Pärn, Aeg Maha

Als Auftakt zur Reihe von Animationsfilmempfehlungen blende ich mit ‹Aeg Maha/Time Out› zurück ins Estland der Achtzigerjahre: Um 7.00 Uhr klingelt der Wecker, und schon beginnt der Stress für eine kurzsichtige Katze. Als der Wecker seine Ziffern und Zeiger verliert und aus dem Bild entfernt werden muss, beginnt eine temporeiche Reise durch die magische Welt der Animation, in der nie absehbar ist, was als Nächstes passiert. Regisseur Priit Pärn (*1946) spielt gekonnt mit der Vieldeutigkeit visueller Information und verkettet Geschehnisse wie traumhafte Assoziationen. Pärn ist international der anerkannteste estnische Animationsfilmemacher seiner Generation. Mit seinen Cartoon-artigen, kruden Zeichnungen, seinem deftigen Humor und verrückten Story Telling beeinflusst er nachfolgende Filmemacher-Generationen noch heute. ‹Aeg Maha› entstand 1984, als Estland unter russischem Einflusses stand, Drehbücher von sowjetischen Behörden genehmigt werden mussten und Filmproduktionen von diesen finanziert wurden. Vielleicht beschreibt der Film eine mögliche phantastische Flucht aus diesem engen Korsett.

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