«Jörg Herold. Wolfsburger Skizzen» in der Städtischen Galerie

Jörg Herold · Wolfsburger Skizzen (Kraft durch Freude), Courtesy Galerie Eigen+Art, Leipzig/Berlin, © ProLitteris Zürich, 2005

Jörg Herold · Wolfsburger Skizzen (Kraft durch Freude), Courtesy Galerie Eigen+Art, Leipzig/Berlin, © ProLitteris Zürich, 2005

Hinweis

«Jörg Herold. Wolfsburger Skizzen» in der Städtischen Galerie

Jörg Herold (*1965 in Leipzig, lebt in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern) liess sich zum Stukkateur ausbilden, bevor er Malerei in Leipzig und Ost-Berlin studierte. Er wurde durch seine Teilnahme an der Biennale in Venedig, 1995, und an der documenta X, 1997, bekannt. Seine Arbeiten, Filme, Installationen, Aktionen und Zeichnungen, kreisen um das Thema der Erinnerung. Es handelt sich um künstlerische Produktionen von Geschichte, die sich zunächst mit Relikten der belasteten deutschen Vergangenheit befassten, in jüngster Zeit aber auch den Biographien einzelner Persönlichkeiten zugewandt sind. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg findet im Kontext der Preisverleihung des Wolfsburger Kunstpreises «Junge Stadt sieht Junge Kunst» an Jörg Herold statt. Auch in Wolfsburg lenkt der Künstler die Aufmerksamkeit auf Dinge, die in Vergessenheit geraten sind oder gerade vergessen werden. Herold recherchierte die ungewöhnliche Geschichte der Stadt, die auf dem Reissbrett während des Nationalsozialismus entworfen wurde. Seiner Tradition der ungewöhnlichen, auch Nebenwege einbeziehenden Recherche treu, bat Herold die Wolfsburger und Wolfsburgerinnen, dem «Dokumentararchäologen», wie er sich nennt, ihre Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Vor Ort, in Privatwohnungen aus verschiedenen Jahrzehnten, sammelte er Fakten, und stellte daraus Piktogramme her. Die Wohnungsgrundrisse baute er teilweise im Ausstellungsraum als begehbare Skulpturen nach und neu auf. Da der Künstler auch immer die Kommunikation mit Zeitzeugen sucht, leitete er einen Dialog mit einem Wolfsburger Historiker ein. Kuratorin des Projekts ist Susanne Pfleger. Das zur Ausstellung publizierte Künstlerbuch im Hatje Cantz Verlag dokumentiert die gesamte Wolfsburger Recherche sowie acht weitere Projekte seit 2000. Auch Dialoge mit zwei Historikern sind abgedruckt. Vom 5.11. bis 23.12. wird Herolds Dokumentararchäologie im Bielefelder Kunstverein gezeigt.

Until 
19.11.2005

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