Erik van Lieshout im Kunsthaus

Erik vAn Lieshout · Ohne Titel, 2005, aus der Serie «Up!», Mischtechnik auf Papier, 42 x 29,5 cm, Sammlung Kunsthaus Zürich, Courtesy Galerie Bob van Orsouw, Zürich, © 2007 Erik van Lieshout

Erik vAn Lieshout · Ohne Titel, 2005, aus der Serie «Up!», Mischtechnik auf Papier, 42 x 29,5 cm, Sammlung Kunsthaus Zürich, Courtesy Galerie Bob van Orsouw, Zürich, © 2007 Erik van Lieshout

Hinweis

Erik van Lieshout im Kunsthaus

«Ali. H» steht in schwungvoller Schrift auf einem Blatt, das einen etwas heruntergekommenen Hitler mit Baseball-Mütze zeigt. Ein andermal sind die Worte «Allah and Holland are big» neben einem karikierten islamistischen Gotteskämpfer hingekritzelt. Die Zeichnungen, Malereien und Video-Arbeiten des Niederländers Erik van Lieshout (*1968) erzählen von Sympathisanten oder Gegnern von Theo van Gogh, von Junkies in Rotterdam, Rappern in Ghana, Homosexuellen oder TV-Serien. Er geht seine Themen sozialkritisch an, hinterfragt sie in politischer Hinsicht und bedient sich dabei einer Mischung aus Fakten und Fiktionen. In den Filmen nimmt er selbst die Hauptrolle ein und analysiert die Zu- und vor allem Missstände der Welt schonungslos und polemisch, mit einem wachen Geist und einer zünftigen Brise Humor. So relativiert er im Film «UP» sein Selbstmitleid mit
kerniger Selbstironie. Im Fokus der Kamera gebärdet er sich ausgiebig exhibitionistisch, während eine weibliche Stimme aus dem Off als Therapeutin fungiert und ihn - wie könnte es anders sein - als letztlich kleinen Jungen entlarvt.
Ruhelos gondelt van Lieshout filmend und zeichnend durch die Welt: Mal mit dem Fahrrad quer durch Deutschland auf den Spuren vormaliger Nazis, mal nach Ghana, wo er sich das Rappen beibringen lässt, oder schliesslich nach Los Angeles, um einen Hollywood-Film zu drehen und mit den Leuten über Krieg in Amerika zu sprechen.
Die Ausstellung von Zeichnungen, Malereien und neueren Video-Arbeiten ist so inszeniert, als befände man sich in einem besetzten Haus und habe sich dort auf gediegene Art gemütlich eingerichtet. Die Präsentation wirkt wie ein gepflegtes Echo der Installation eines Depro-Ambientes von Randständigen. Rein Wolfs hatte dieses zu Beginn des Jahres im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam im Rahmen des ersten Überblicks von van Lieshouts Arbeiten realisiert. Nun wird die Schau in reduzierter Form im Kunsthaus Zürich gezeigt. Mit Katalog.

Until 
16.06.2007

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