James Lee Byars, «Im Full Of Byars»

James Lee Byars · A Drop of Black Perfume, 1983, Furkapass.?Foto: Annemarie Burckhardt

James Lee Byars · A Drop of Black Perfume, 1983, Furkapass.?Foto: Annemarie Burckhardt

Hinweis

James Lee Byars, «Im Full Of Byars»

Der Tod ein grandioses, ungreifbares Flimmern: Drei Jahre bevor er in Kairo starb, inszenierte James Lee Byars (1932-1997) das Überschreiten der Schwelle vom Vertrauten zum Ungewissen, vom Physischen ins Metaphysische als visuelle Symphonie in Gold. Für seine Performance «The Death of James Lee Byars», 1994, liess er die Galerie Marie-Puck Broodthaers in Brüssel mit Blattgold auskleiden. In einem goldflirrenden Anzug legte er sich in diesen schimmernden Raum, um sich optisch im reichen Glanz aufzulösen. Beispielhaft beleuchtet diese Performance Byars' Kunst, seine Themen und Persönlichkeit. Der extravagante Dandy steckt in einem Goldgewand, wie der östlich inspirierte Künstler auf der Suche nach Transzendenz. Er ist perfektionistischer Ästhet und Performer, der, ganz Kind seiner Zeit, von der Durchdringung des Lebens mit der Kunst träumte. Das Kunstmuseum Bern hat dem US-Künstler, der Anfang der Siebzigerjahre von Harald Szeemann entdeckt wurde und mit der Kunstszene Bern eng verbunden war, eine grosszügige Retrospektive eingerichtet, die versucht, die vielen Facetten von Byars - den Objektkünstler, den Performer, den Lebens-Künstler - zu würdigen. Ein schwieriges Unterfangen, das nur teilweise gelingt. Filmaufzeichnungen von Performances, darunter auch «The Death of James Lee Byars», sind auf Leinwänden zu sehen, die wie Vorhänge von der Decke herabhängen - ein Arrangement, das den ephemeren Charakter dieser Kunstform subtil betont. Im Filmgeflimmer scheint Byars' schillerndes Wesen noch zu atmen. Die Präsentation der Objekte hingegen, die Formalstudien, die perfekten Scheiben und Kugeln aus verschiedenen Gesteinsarten oder etwa die Granit-Arbeit «The Perfect Sigh», 1978, wirken museal-distanziert.

Until 
31.01.2008

Im full of Byars. Kerber-Verlag, Leipzig 2008.

Artist(s)
James Lee Byars
Author(s)
Alice Henkes

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