Heinrich Gartentor — Eine Insel in der Stadt

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Stadt Zürich, Courtesy Kunst im öffentlichen Raum (KiöR). Foto: Peter Baracchi​

Heinrich Gartentor — Eine Insel in der Stadt

Zürich — Für den Berner Oberländer Künstler Heinrich Gartentor (*1965, Schafmatt) sind Interventionen im öffentlichen Raum das, was sie im besten Fall immer sein sollten: ein probates Mittel des Perspektivwechsels. Er setzte schon einen aufblasbaren Pool in einen Fluss, baute einen 400 Meter langen Holzsteg über einen Autofriedhof oder zäunte auf dem Bodensee einen Baum ein und nannte das Ensemble eine Insel. Eine ‹Insel in der Stadt›, so der Name seines neuesten Werkes, ist nun auch am Münsterhof in der Zürcher Altstadt entstanden. Und nach Claudia Comtes Sonnensegeln und Sitzmöbeln im Jahre 2017 und Pawel Althamers öffentlichem Atelier im Jahre 2018 steht einmal mehr die Partizipation im Mittelpunkt; denn für all die Touristen, Hochzeitsgesellschaften oder Bewohner dieser Stadt, die täglich den Platz überqueren, besuchen und beleben, gibt es (fast) keinen Weg vorbei an dieser temporären grünen Insel. Ein erneuter Perspektivwechsel also, der zum Innehalten und Verweilen einlädt und dem grauen Stein des Münsterhofes zahlreichen Schattierungen von Grün und ein wenig Pink, Gelb und Weiss hinzufügt. 

An diesem Morgen ist es schade, dass es sich anfühlt, als sei der Sommer fast vorbei. Eine graue Wolkendecke hängt über der Stadt, es ist kühl und windig. Ungemütlich, leider. Doch es kommen sicher noch einmal bessere Tage und trotzdem wird die Insel bereits wahr- und angenommen. Unter einem der Weidenbäume, die vom Thunersee vor der Fällung gerettet und in ihre neue Umgebung transplantiert wurden, sitzt eine Frau, vertieft in einen Roman. Kinder rennen über die Holzstege, welche die Blumenwiese durchschneiden und eine Hochzeitsgesellschaft nutzt die Szenerie als Fotogelegenheit: Das Fraumünster im Hintergrund wirkt, als stünde es auf einer Wiese.  

Christoph Doswald, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich, beschreibt das Kunstwerk von Heinrich Gartentor als «Experiment mit offenem Ausgang», denn es soll auch, durch einige Messstationen, überprüft werden, ob sich die Flora und Fauna des Münsterhofes in dem kommenden Monat verändert. Der ästhetische Beginn dieses Experimentes ist gemacht, mit einem schönen Kunstwerk an einem schönen Ort. Man hätte sich lediglich ein wenig mehr Konsequenz gewünscht, die vermutlich auf Grund von etwaigen Feuerwehrzufahrten und Rettungswegen nicht umzusetzen war: Einen wilden Garten, der bis an die Kirche und die Ränder des Münsterhofes heranrückt und der die Autos zu einem Umweg zwingt.

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