Vivian Suter — Bonzos Dream

Vivian Sutter, Bonzos Dream, 2020, Ausstellungsansicht Brücke Museum Berlin. Foto: Roman März

Vivian Sutter, Bonzos Dream, 2020, Ausstellungsansicht Brücke Museum Berlin. Foto: Roman März

Vivian Sutter, Bonzos Dream, 2020, Ausstellungsansicht Brücke Museum Berlin. Foto: Roman März

Vivian Sutter, Bonzos Dream, 2020, Ausstellungsansicht Brücke Museum Berlin. Foto: Roman März

Vivian Suter — Bonzos Dream

‹Bonzo's Dream›, ist nicht nur die erste Ausstellung der argentinisch-schweizerischen Künstlerin Vivian Suter in Deutschland, es ist auch die erste Schau, mit der die Sammlung des Brücke Museums den Dialog mit der zeitgenössischen Kunst sucht. Eine radikale Setzung, mit der auch die Wegbereiter der klassischen Moderne in neuem Licht erscheinen. 

Berlin — Spätestens seit ihrer Teilnahme an der documenta 14 in Athen und Kassel 2017 ist das genauso zarte wie wilde malerische Werk Vivian Suters einer grösseren Öffentlichkeit bekannt. Unvergessen ist nicht nur ihre Installationen am steinernen Pfad von Dimitris Pikionis in Athen, sondern auch Rosalind Nashashibis in Kassel gezeigter Film ‹Vivian's Garden›, 2017, der die Lebens- und Arbeitsweise Vivian Suters (*1949) im guatemaltekischen Dorf Panajachel zeigt. Dorthin hatte sich die Buenos Aires geborene und später in der Schweiz aufgewachsene Künstlerin nach ihrer Teilnahme an einer ersten Gruppenausstellung in der Kunsthalle Basel 1981 zurückgezogen. Seither arbeitet sie in der üppigen Vegetation ihres Gartens nahe des Vulkansees Atitlán. Ihre undatierten Leinwände ohne Titel hängen frei im Raum, überlappend an der Wand oder liegen auf dem Boden. Diesen Umgang wählt sie auch für ihre Ausstellungen, mit der Suters physischer Bezug zu ihrem Werk genauso hervortritt wir ihr installativer Ansatz. Ihre Malerei ist von einem befreienden Gestus getragen. Weder arbeitet sie der Imitation zu, noch der Abstraktion. Stattdessen lässt sich Suter von Atmosphären leiten, die sie im bildnerischen Prozess genauso intuitiv wie präzise aufzunehmen versteht. Die Nähe zur Natur – in ihrer Malerei scheinen immer wieder Spuren der sie umgebenden Natur wie Regenwasser und Erde oder Blattwerk auf – kann als eine Verbindung zu den Brücke-Künstlern gesehen werden. Suters Installation ihrer von den Keilrahmen gelösten, frei im Raum schwebenden Leinwände erinnert aber auch an die Idee eines alle Lebensbereiche umfassenden Gesamtkunstwerks, welche die Brücke-Künstler besonders in ihren Atelierwohnungen lebten. So verwundert nicht, dass in der Ausstellung nicht nur die Malereien der Brücke-Künstler in einen Dialog zu den Werken Suters gesetzt wurden, sondern auch deren kunsthandwerkliche Arbeiten. Diese Auswahl hat übrigens Vivian Suters Mutter, die im Februar 2020 verstorbene Künstlerin Elisabeth Wild, getroffen. Mit ihrer Auswahl – bis hin zu Rückseiten von Leinwänden – klingen mögliche formalästhetische Bezüge Vivian Suters zu den Vertretern der klassischen Moderne subtil an. Insbesonders zeugt Wilds Auswahl von den Bündnissen zwischen Mutter und Tochter. Mit der Einladung an Vivian Suter hat das Museum einen Coup gelandet, welcher der grossen Offenheit ihrer Leiterin Lisa Marei Schmidt zu verdanken ist. Man darf gespannt auf kommende Projekte sein. 

Exhibitions/Newsticker Date Type City Country
Vivian Suter 13.09.2020 to 14.02.2021 Exhibition Berlin
Deutschland
DE

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