Art en plein air

Jérémie Gindre · La fin de la communication, 2007, Handy als Pferdetränke, Foto: François Charriere

Jérémie Gindre · La fin de la communication, 2007, Handy als Pferdetränke, Foto: François Charriere

Hinweis

Art en plein air

Rekordverdächtige 75 Projekte von 95 Schweizer Kunstschaffenden umfasst die fünfte Ausgabe von «Môtiers Art en plein air». Ein Kunst-Fest! Selbst wenn man die ephemeren Aktionen abzieht, ist der seit 1985 unveränderte Parcours vom atmosphärischen Dorf hinauf aufs Plateau, dann Felsen und Wasserläufen entlang wieder hinunter, in diesem Jahr ein besonders pralles Füllhorn an Konzepten, Objekten, Installationen, Videoarbeiten und Skulpturen. Dazu gehören Werke von Ian Anüll, John Armleder, über Lori Hersberger, Hannah Külling, Tina Z?Rotz bis Markus Schwander und Rolf Winnewisser. Die Spannweite reicht von klassischer Land-Art und Design-Skulptur über Konzeptuelles und Performance bis zum samstäglichen Rock-Konzert im Puppenhaus. Dass die Ausstellung aus der Tretmühle traditioneller Freilichtausstellungen auszuscheren vermag, gründet in der Wahl der KünstlerInnen. Vorbei die Zeiten da das Schaffen draussen den Plastikern vorbehalten war; das bringt neue Namen ins Spiel, Etoy zum Beispiel, Heinrich Gartentor, Olaf Breuning, Tatjana Marusic und andere mehr. Mit von der Partie ist selbst die auf PC-Animationen spezialisierte Gruppe collectif-fact - wobei ihr Maschendraht-Labyrinth gar nicht so anders ist als ihre virtuellen Architekturen! Und auch die Videasten sind da: Susanne Muller zum Beispiel taucht mitten in der Ausstellung aus der Quelle der Areuse auf. Nicht überraschend, dennoch auffallend sind die Trends zu Interaktivität und Schriftarbeiten. So konstruiert Hannes Brunner einen verspiegelten Umzugswagen, der sonntags Kind und Kegel zur Ausfahrt einlädt, während Franticek Klossner die Allee mit gelben Lettern markierte: «Certains vivent avec une facilité si étonnante qu?on a peine à croire qu?ils le font pour la première fois.» Nie fehlen dürfen in Môtiers die Absinthe-Fée verte und J.J. Rousseau. Erstere tritt heuer unter anderem als «Jack in the box» auf (Geneviève Favre), zweiterer mit einem Lied aus der Oper «Devin du village» (Delachaux/Cappon/Menoud) und der Parabel «Die Hirschjagd» (HausamGern).

Jusqu'à 
22.09.2007

Publicité