Thomas Ruff

Thomas Ruff · jpeg ri02, 2007, 188 x 322 cm © ProLitteris, Zürich

Thomas Ruff · jpeg ri02, 2007, 188 x 322 cm © ProLitteris, Zürich

Hinweis

Thomas Ruff

«Thomas Ruff. Schwarzwald. Landschaft» heisst die Ausstellung lapidar. Ruff und der Schwarzwald? Eine Verbindung, die jeden überraschen mag, der von dem Fotokünstler nur eben das kennt, was man so mitkriegt: seine Serie übergrosser Porträtbilder, die «Nudes» oder auch die Sternenbilder. Dabei stammt Ruff aus dem Schwarzwald - dem Städtchen Zell am Harmersbach. Seine erste Werkserie hat «Interieurs» in Zell als Motiv. Mit den kleinen Farbbildern beginnt die Ausstellung im Museum für Neue Kunst in Freiburg im Breisgau. Sie erzählen von provinzieller Enge und kleinbürgerlicher Konventionalität, in der jeder Gegenstand seinen festen Platz hat und Zierkissen mit Handkantenschlag in Form gebracht werden. In der kühlen Sachlichkeit der Aufnahmen erweist sich Ruff als aufmerksamer Ethnologe des Alltags. Zehn Jahre später entstanden ist die Serie der grossformatigen Sternenbilder: Ansichten des Nachthimmels mit Sternensaat auf schwarzem Grund. Die verwandte Werkgruppe der «cassini» lässt Saturntrabanten in farbige Abstraktionen hinüberwechseln. Schwarzwald-Bezug wiederum hat die Serie der «jpegs». Schwarzwaldlandschaften pixelnd zurecht gezupft und begradigt, verfremdet und distanziert: Als Chronist der Gegenwart öffnet Ruff uns die Augen für solche medien­gesteuerte Entfernung von der Natur.

Jusqu'à 
26.09.2009

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