Daniel Robert Hunziker - Eine Architektur der Skulptur

Building_KHL, 2010, Alu-Blech pulverbeschichtet, 299 x 372 x 372 cm. Foto: Marc Latzel

Building_KHL, 2010, Alu-Blech pulverbeschichtet, 299 x 372 x 372 cm. Foto: Marc Latzel

Riegel_03, 2010, 157 x 189 cm, Aluminium eloxiert. Courtesy Galerie von Bartha Foto: Andreas Zimmermann

Riegel_03, 2010, 157 x 189 cm, Aluminium eloxiert. Courtesy Galerie von Bartha Foto: Andreas Zimmermann

Fokus

Aus Daniel Robert Hunzikers «Gehegen» sind die Tiere längst wegrationalisiert; seine voluminösen Kubaturen heissen zwar «Buildings», sind jedoch nicht bewohnbar; und seine Geländer sind so platziert, dass sie nirgendwohin führen. Der 45-jährige Zürcher entwickelt kontinuierlich eine funktionsfreie Architektur der Skulptur weiter, wie seine aktuellen Einbauten ins Kunsthaus Langenthal und in die Basler Galerie von Bartha zeigen.

Daniel Robert Hunziker - Eine Architektur der Skulptur

Vom neuen Zuercher Hochhaus-Trio - das blasse Mobimo-Turm-Gespenst voraus, gruen verkleidet der Prime Tower hinterher und zuhinterst der Freitag-Container-Turm, sozusagen als konfettischmeissender Nachwuchs - sieht Daniel Robert Hunziker von seinem Atelier aus nur den groessten Vertreter. Fuer ihn ist dies gleichzeitig auch der spannendste: "Auch wenn der Turm umstritten ist - seine skulpturale Qualitaet und die formale Radikalitaet beeindrucken mich sehr."
Die Aussage Hunzikers ueberrascht nicht, sind doch im Gebaeude der Architekten Gigon/Guyer diverse Aspekte angesprochen, die er in seiner kuenstlerischen Arbeit ausformuliert. Mit dem fundamentalen Unterschied, dass der Prime Tower bald seine spezifische Funktion als Buerogebaeude aufnehmen wird, waehrend Hunzikers Arbeiten von ihrer Funktionslosigkeit leben: "Statt "form follows function" gilt fuer meine Arbeiten eher "form leaves function"."

Fassadenzauber
Da ist zum Beispiel das Primat der Fassade - der Prime Tower besteht ja eigentlich aus nichts als Fassade -, dem sich in gewissem Sinne auch Hunziker verschreibt. Indem er etwa fuer aktuelle Arbeiten auf eloxierte Aluminium-Verkleidungselemente, die in den Achtzigerjahren weit verbreitet waren, zurueckgreift. Statt diese jedoch moeglichst unauffaellig in einem Gebaeudeganzen unterzubringen, begreift Hunziker die winklig zugeschnittenen Bahnen ganz im Gegenteil als eigenstaendige Formen. Und statt dass die Elemente als entfernte Erben der Ornamentfeindschaft der Fuenfzigerjahre rohe Bausubstanz verdecken, stehen sie ploetzlich selbst im Mittelpunkt. Ja sie entwickeln in der Zusammenfuegung sogar ein fast schon wieder architektonisches Eigenleben, indem die entstehenden Winkel bildlich perspektivische Raeumlichkeit vortaeuschen. Dabei interessiert Hunziker nicht nur die materielle Beschaffenheit der Elemente. Dies zeigt sich darin, dass er die Arbeiten gleichzeitig auch als Heliografie zweidimensional in Erscheinung treten laesst.
Hunziker bleibt aber auch sonst oft bereits dort haengen, wo Architektur fuer den Aussenstehenden anfaengt, bei der Aussenmembran naemlich. Fuer die Arbeit "Uebereck" von 2009 hat er verwinkelte Fensterscheiben in einem Sockel festgeklemmt. Das Glas ist hier nicht mehr als unsichtbares Element zwischen Innen und Aussen geschaltet, sondern wird in einer zerbrechlichen, geometrischen Komposition sichtbar gemacht.
2004 hat Hunziker fuer seine Einzelausstellung im Kunsthaus Glarus ein abstrahiertes "Gehege" mit Maschendrahtzaun umgrenzt. Auch hier gibt es keine Tiere, vor denen uns der Zaun zu schuetzen haette. Er uebernimmt vielmehr die Aufgabe, die digital anmutende Landschaft dahinter an die Realitaet zu binden. Aehnlich wie in den digital generierten Alpenwelten von Monica Studer und Christoph van den Berg die Aromat-Dose den User/Betrachter in der schweizerischen Pseudorealitaet verortet.
In vielen Arbeiten wie beispielsweise "Aufgang", 2008, verwendet Hunziker

Jusqu'à 
30.10.2010

"Always Late Where I'm Living", von Bartha Garage, Basel, bis 6.11.

expositions/newsticker Datetrier par ordre croissant Type Ville Pays
Daniel Robert Hunziker 03.09.2010 - 06.11.2010 exposition Basel
Schweiz
CH
Daniel Robert Hunziker, Isa Melsheimer 02.09.2010 - 31.10.2010 exposition Langenthal
Schweiz
CH

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