Chris Weibel im Centre PasquArt

Chris Weibel, Ohne Titel, 2001/ 02
Aus der Serie «Show x Time»
Umhäkeltes Zeitungsbild

Chris Weibel, Ohne Titel, 2001/ 02
Aus der Serie «Show x Time»
Umhäkeltes Zeitungsbild

Hinweis

Chris Weibel im Centre PasquArt

Die Schweizer Künstlerin Chris Weibel (46) schafft Kontextverschiebungen, gepaart mit materiellen und visuellen Transformationen. Überdecken, auflösen, ergänzen und neu visualisieren sind dabei die immer anders gewählten Schritte. Für das Centre
PasquArt in Biel wählte sie das Pressebild als roten Faden. Die Basis der 1994 in New York entstandenen Serie «The President said» bilden satte, mit Ölkreide in weisses Büttenpapier geriebene, schwarze Rechtecke. Auf Distanz ist nur die geometrische Anordnung der 99 Blätter auf der Wand zu sehen. Bei näherem Betrachten sind jedoch eingegrabene, lineare Konturen von Bildern aus der New York Times erkennbar. Sie zeigen Bill Clinton in verschiedensten Situationen; die in den Begleittexten erwähnten Zitate sind ihm als Sprechblasen beigestellt. Hier wie in der faszinierenden Serie liebevoll umhäkelter Bilder des aktuellen Weltgeschehens zwischen Krieg, Polit-Tiraden und Soap-Opera führt Weibel die Bilderflut durch sorgfältige Vereinzelung und subtile In-Wertsetzung paradoxerweise ad absurdum. Anders ist der Ansatz in den Papierarbeiten, die Pressebilder aufblasen und mit «Kreuzstichen» (meist gezeichnet, selten gestickt) pixelähnlich auflösen und ihren Informationsgehalt so ins Offene subjektiver Interpretation kippen lassen. Parallel zur Einzelausstellung von Chris Weibel in den Galerien des Diener&Diener-Baus zeigt das Centre PasquArt in der Salle Poma neue, zwei- und dreidimensionale Farb-Raum-Bilder des Berners Leopold Schropp (63). Im Altbau zeigt das Museum umfangreiche Werkgruppen aus der Privatsammlung von Christian Tanner. Der vor allem in den achtziger Jahren massgeblich am Aufbau der Kunstkollektion der Bank Julius Bär beteiligte Sammler setzt die persönlichen Schwerpunkte bei Dieter Roth, Martin Disler, Klaudia Schifferle, Marc Antoine Fehr, Miriam Cahn und vielen anderen mehr. Die Ausstellung ist geradezu ein «Who is Who» der Schweizer Kunst der siebziger und achtziger Jahre (Katalog).
Bis 12.5.

Auteur(s)
Testvorname red.
Artiste(s)
Chris Weibel

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