«Marjetica Pjotrc – Urbane Strategien» in der Galerie Museum Arge Kunst

Marjetica Pjotrc: Duncan Village Core Unit, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, 2003, Foto: Thomas Meyer

Marjetica Pjotrc: Duncan Village Core Unit, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, 2003, Foto: Thomas Meyer

Hinweis

«Marjetica Pjotrc – Urbane Strategien» in der Galerie Museum Arge Kunst

Marjetica Pjotrc (*1953 in Ljubljana) studierte Architektur, bevor sie sich der Kunst zuwandte. International bekannt wurde sie mit ihren auf Architektur referierenden Skulpturen und Installationen, die sich jedoch nicht mit modernen oder postmodernen Strukturen beschäftigen, sondern mit den Wohnmodellen der so genannten Armenviertel. Pjotrc untersucht Städte, die krasse Unterschiede zwischen arm und reich aufweisen. In Slums, Homelands, Townships oder Favelas, an den Ränden von Caracas, Sao Paulo oder Rio de Janeiro geht sie kreativen Raum- und Städteplanungen nach, erforscht einen Lebensstil, der versucht, sich den ständig veränderten Notwendigkeiten anzupassen.
Die unter gleichsam Minimalbedingungen entstehenden, meist temporären baulichen Gebilde überträgt die Künstlerin in den Kunstkontext, wobei sie die untersuchten Fallbeispiele ohne moralisierenden Kommentar, vielmehr als anthropologische Fakten in Form von architektonischen Installationen vorstellt. In den geschützten Kunstraum dringen Lebensrealitäten vom Rande der menschlichen Gesellschaft ein, werden Fragen nach der Realisierbarkeit urbanistischer Utopien und dem Verhältnis von Planung und wildem Wachstum gestellt. In Bozen zeigt Pjotrc u.a. die Installation «Duncan Village», ein Beispiel von selbstorganisierter Architektur aus Südafrika. Die enge Zusammenarbeit von Städteplanern und Siedlern, die Verschmelzung von formeller und informeller Stadt, High Tech und Low Tech machen dieses Siedlungsprojekt zum wiederholten Mal interessant für die Künstlerin.

Jusqu'à 
05.12.2003

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