Kunsthaus Zürich — Leitungswechsel 2022

Erweiterung Kunsthaus Zürich, Rohbau mit Haupteingang, Stand März 2019, Foto © Amt für Städtebau, Juliet Haller

Erweiterung Kunsthaus Zürich, Rohbau mit Haupteingang, Stand März 2019, Foto © Amt für Städtebau, Juliet Haller

Kunsthaus Zürich — Leitungswechsel 2022

Zürich — Das Kunsthaus Zürich, das älteste kombinierte Sammlungs- und Ausstellungsinstitut der Schweiz, beginnt mit der Suche nach einer neuen Leitung. Die Stabübergabe durch Christoph Becker, der das Museum seit 20 Jahren führt und prägt, erfolgt nach der für Herbst 2021 geplanten Eröffnung des Neubaus von David Chipperfield. Der Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft hat dafür eine neunköpfige Findungskommission berufen. Nebst deren Präsident Walter B. Kielholz sind aus der Schweiz Ben Weinberg, Anne Keller Dubach, Hedy Graber, Peter Haerle und Pipilotti Rist dabei. Zudem wurden Sheena Wagstaff (Metropolitan Museum, New York), Achim Borchardt-Hume (Tate Modern) und Philipp Demandt (Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle, Frankfurt/M) berufen. Augenfällig ist also, dass sich die fachliche Kompetenz schwergewichtig beim internationalen Gremium ballt. Das ist erstaunlich, immerhin geht das Haus auf eine 1787 gegründete Künstlergesellschaft zurück und nimmt heute eine wichtige Scharnierfunktion zwischen dem nationalen und internationalen Kunstgeschehen ein, sowohl durch seine Sammlung (Giacometti-Stiftung) wie auch seine Ausstellungstätigkeit. Wie inspirierend dieses Zusammenspiel ist, war eben erst zu erleben, als man nach dem Besuch von Olafur Eliassons sphärischen Lichträumen in das Leben von Ottilia Giacometti und das schon damals weitgespannte Netz dieser Familie eintauchen konnte. Darum unser Plädoyer: Nicht nur die internationale Flughöhe zählt bei diesem Auswahlverfahren, mindestens genauso wichtig scheint uns das Interesse der neuen Leitung an einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem näherliegenden, ebenso weiträumig verflochtenen Kunstgeschehen.

www.kunsthaus.ch

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