Zeitbilder — ‹Element. Selbstbildnis als Fersensammler› von Markus Schwander

Markus Schwander, ‹Element. Selbstbildnis als Fersensammler›, 1992, Keramikplatten und Seifenschalen auf Holzgerüst, Seifen, Kunstmuseum Luzern, Ankauf 1993. Foto: Alexandra Blättler

Markus Schwander, ‹Element. Selbstbildnis als Fersensammler›, 1992, Keramikplatten und Seifenschalen auf Holzgerüst, Seifen, Kunstmuseum Luzern, Ankauf 1993. Foto: Alexandra Blättler

Markus Schwander, ‹Element. Selbstbildnis als Fersensammler›, 1992 (Detail), Keramikplatten und Seifenschalen auf Holzgerüst, Seifen, Kunstmuseum Luzern, Ankauf 1993. Foto: Alexandra Blättler

Markus Schwander, ‹Element. Selbstbildnis als Fersensammler›, 1992 (Detail), Keramikplatten und Seifenschalen auf Holzgerüst, Seifen, Kunstmuseum Luzern, Ankauf 1993. Foto: Alexandra Blättler

‹Alles echt! Werke aus der Sammlung›, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Luzern, 2020. Foto: Alexandra Blättler

‹Alles echt! Werke aus der Sammlung›, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Luzern, 2020. Foto: Alexandra Blättler

Zeitbilder — ‹Element. Selbstbildnis als Fersensammler› von Markus Schwander

Unter dem Titel ‹Zeitbilder› präsentieren wir Werkbetrachtungen von Kuratorinnen und Kuratoren, die ein Kunstwerk ihrer Wahl vor dem Hintergrund der Corona-Krise neu lesen.

Curator’s Choice — Am 28. Februar 2020 wäre meine erste Sammlungsausstellung ‹Alles echt!› im Kunstmuseum Luzern eröffnet worden. Just an diesem Tag wurden erste Veranstaltungen durch die Behörden abgesagt. Nicht nur dieser Tag, sondern die vielen darauf folgenden Wochen werden sich für immer ins Gedächtnis einschreiben. Denn ja, immer noch nicht zu glauben, aber alles echt, alles wahr. 
‹Alles echt!› spürt den Phänomenen der Imitation, Kopie und Wiederholung nach. Die Ausstellung zeigt damit künstlerische Strategien auf, die so alt sind, wie die Kunst selbst. Marcel Duchamps rund hundertjährige Idee des Readymades spielt für die Schau eine sinnstiftende Rolle. Auch die Arbeit von Markus Schwander, die 1993 Eingang in die Sammlung des Kunstmuseums Luzern fand, wurde unter diesem Gesichtspunkt für die Präsentation ausgewählt und aufbereitet. Seine Arbeit lässt sich wie ein Paradebeispiel im Nachklang des Readymade und der Arte Povera lesen: Industriell hergestellte Ware aus dem Baumarkt-Kontext kombiniert der Künstler zu einer an ein Badezimmer angelehnte Skulptur. Zusätzlich bestückt er die Seifenschalen auch mit Seifen, jedoch nicht ganz üblichen. Er präsentiert uns lauter kleine Porträts von Bekannten und Freunden, denen er ein Stück Ferse abgegossen und sie so verewigt hat. Wir sehen also keine anonymen Seifenstücke, sondern alles individuell gefertigte Abgüsse von einem Körperteil ausgewählter Menschen. Während aktuell Hygiene in Form von Händewaschen und Desinfektion unseren Alltag in einer nie dagewesene Präsenz begleitet, werden wir zu körperlicher Distanz angehalten und spielen auch das Individuum und der Mensch als Mitglied eines grösseren Ganzen eine neue Rolle. Markus Schwanders Installation fasst somit aktuelle Themen unserer Zeit auf direkte und minimale Art und Weise zusammen: #washyourhands #socialdistancing #oneworld #togetherwecandoit #humansolidarity

expositions/newsticker Datetrier par ordre croissant Type Ville Pays
Alles echt! 29.02.2020 - 22.11.2020 exposition Luzern
Schweiz
CH
Auteur(s)
Alexandra Blättler
Artiste(s)
Markus Schwander

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